Freitag 1. Mai 2026
Unser heutiges Ziel ist Sveg an der Europastrasse 45 in der Provinz Jämtland. Aber aktuell sind wir noch in der Provinz Dalarna. Auf dem Weg wollen wir zwei Zwischenziele ansteuern.
Zuerst fahren wir ein paar Kilometer in südöstlicher Richtung in den kleinen Ort Nusnäs. Dieser ist bekannt für seine handgeschnitzten Dalapferde. Wir denken, dass wir dort einige Mitbringsel für die Zuhausegebliebenen finden werden.
Glücklicherweise sind wir in dem Souvenirshop wiederum fast die einzigen Besucher. Der riesige Parplatz vor dem Laden deutet darauf hin, dass hier in der Hauptsaison ganz andere Zustände herrschen, auf die wir gerne verzichten. So können wir uns in aller Ruhe umsehen und das Sortiment anschauen. Die Dalapferde haben ihren Namen von der vorher genannten Provinz Dalarna und sind das Schweden-Souvenir schlechthin. Sie werden vor Ort handgefertigt, sind "cheibe härzig" und von sehr guter Qualität. Auch die Kassierin schleift und schnitzt, wenn sie gerade keine Kunden hat.

Da die Sonne heute wiederum warm vom wolkenlosen Himmel strahlt, beschliessen wir, als nächstes einen Nationalpark anzusteuern, der um diese Zeit wohl noch mit Schnee ausgestattet sein dürfte.
Der Nationalpark Fulufjället liegt in den Bergen an der norwegischen Grenze. Unterwegs machen wir Halt in Särna, wo wir an der Ladesäule eines lokalen Anbieters vergeblich versuchen, Strom ins Auto zu bekommen. Wir wollten kurz etwas nachladen, weil wir nicht sicher sind, ob wir es bis zu unserem Tagesziel schaffen. Item, wir werden uns etwas einfallen lassen. Särna liegt - wie könnte es anders sein - an einem See. Allerdings hanelt es sich eher um einen aufgestauten Fluss.


Nun ist es nicht mehr weit bis zum Eingang des Nationalparks.

In diesem Park soll es einen sehenswerten Wasserfall geben, der auch für weniger trainierte Wandersleute erreichbar sein sollte. Allerdings werden wir beim Eingang überall gewarnt, dass die Wanderwege geschlossen sind, und bald stellen wir fest, dass auch der Web zum Wasserfall noch dick mit sulzigem Schnee bedeckt ist.

Wir betrachten die Wegverhältnisse und dann uns - und schütteln gemeinsam die Köpfe zum Zeichen, dass wir auf diese Wanderung verzichten. Wir sehen uns schon mit verdrehten Knien im Schnee unter einer Kiefer liegen und vergeblich mit dem Handy hilfe rufen, da kein Empfang. Auf dieses Szenario könne wir gerne verzichten.
Und so setzen wir uns auf ein Bänkli und lassen die Natur auf uns wirken. Unbekannte Vögel zwitschern ihre für uns ungewohnten Lieder in den Wald hinaus. Hinter dem Wald sehen wir einen Bergkamm, vor dem sich riesige Massen Schnee aufgetürmt haben, die wohl den ganze Winter mit dem strengen Wind von Norwegen herüber geweht werden. Da können wir uns gut vorstellen, dass Wandern unterhalb dieser Schneemassen nicht die beste Idee ist.
Schliesslich kehren wir zum Parkplatz zurück und machen uns auf den Weg nach Sveg. Wir fahren über eine Nebenstrasse durch mehrheitlich unbewohntes Gebiet und kommen um etwa 16:00 Uhr in Sveg an. Der Strom hat gut gereicht, aber wir wollen gleich bei Ionity etwas aufladen, was auch wunderbar klappt. Danach beziehen wir unser für zwei Nächte gebuchtes BnB. Es erweist sich als winzige Wohnung, die über alles verfügt, was man so benötigt, sogar Waschmaschine und Wäschetrockner. Allerdings sind die Platzverhältnisse sehr beengt. Die Betten sind in einem Zimmer von der Grösse einer Besenkammer, der Esstisch entpuppt sich als winziges Tischchen mit zwei Barhockern am Küchenherd. Gereinigt wurde nicht auf hohem Standard. Aber für zwei Tage lässt es sich hier durchaus wohnen.



So machen wir es uns gemütlich, kochen ein einfaches Nachtessen und fallen dann müde in die bequemen Betten.
Tagesstatistik:
Wetter: sonnig und warm
Fahrstrecke: 293 km
Ladestopps: 1 (+1 vergeblicher Versuch)
Geladen: 46.7 kWh
Kosten: CHF 17.35
Durchschnittspreis/kWh: CHF 0.37