Mittwoch 29. April 2026
Unser erster Tag ohne lange Autofahrt bricht an. In dem netten BnB werden wir zwei Nächte verbringen. Heute gehen wir es ruhig an, geniessen ein langes Frühstück und dann den warmen Morgen auf der Veranda.
Nach dem Mittag machen wir uns auf, die Orte rund um den Vänern zu erkunden. Uns interessiert besonders der Götakanal, der in Sjötorp beginnt. Also fahren wir dorthin. Beim Parkplatz gibt es einen Ladepunkt. Nach dem Prinzip der E-Autofahrer - Lade wenn du kannst und nicht nur, wenn du musst - stöpseln wir das Auto dort an. Die Ladestation ist mit 11 kWh so schmalbrüstig wie die Wallbox zuhause, aber Kleinvieh macht auch Mist.
Wir spazieren vom Eingang des Kanals die ersten zwei Schleusen hoch bis zum Café "Baltzar von Platen".



Dort hat auch das Ausflugsschiff "MS Bellevue" angelegt. Es führt Tagesausflüge durch den Götakanal durch, allerdings leider erst ab Mitte Mai. Eine solche Schifffahrt bleibt uns diesmal also verwehrt. Wenn ich das Schiff so anschaue und die Breite der Schleusen bedenke, dann wird das jedesmal wohl Millimeterarbeit.

Ein paar Fakten zum Götakanal:
Er verbindet den Vänernsee mit der Ostsee.
Dazwischen liegt noch der Vätternsee, den man auf der Fahrt ebenfalls überquert.
Dank dem Kanal kann man von Göteborg mit dem Boot durchs Binnenland bis nach Stockholm fahren.
Der Kanal ist 189 km lang und hat 58 Schleusen.
Der Bau dauerte von 1810 bis 1832, daran beteiligt waren 58'000 schwedische Soldaten.


Von dem imposanten Bauwerk bin ich beeindruckt, im Wissen, dass der Untergrund fast über die ganze Länge des Kanals granitähnlicher Fels ist und die Arbeiter nicht viel mehr als Hacke und Schaufel zur Verfügung hatten. Aus diesem Grund gilt der Kanal bis heute als eines der grössten Bauvorhaben Schwedens.
Nach dem Spaziergang kehren wir zurück zum Auto und fahren nach Mariestad. Das Hafenstädtchen liegt etwa 20 km südlich von Sjötorp und hat eine gut erhaltene Altstadt sowie eine beeindruckende Domkirche. Wir fahren mitten in die Stadt an den Hafen. In der Huptsaison wäre das aufgrund der Touristenmassen kaum möglich.
Auch hier erkunden wir das Städtchen auf einem Spaziergang. Die Kirche ist leider verschlossen. So kehren wir zum Hafen zurück und genehmigen uns auf einem Bänkli ein Glässeli (Glacé). Wir geniessen die Ruhe am Hafen und das Fehlen der sommerlichen Menschenmassen. Es war eine gute Entscheidung, so früh im Jahr in diese Region zu reisen - zumindest für uns, die grosse Menschenansammlungen gelinde gesagt hässlich finden.





Und schon ist es Zeit, zur Unterkunft zurückzukehren. Unterwegs laden wir bei Ionity noch das Auto voll, da es morgen bereits weiter nach Norden geht. Ionity gehört zu den zuverlässigsten Ladeanbietern. Man bekommt die volle Leistung, auch wenn alle anderen Lader ebenfalls besetzt sind.
Den Abend lassen wir bei einem feinen Nachtessen "zuhause" und bei einer schönen Abenstimmung ausklingen.


Bei einem Schwatz mit den Besitzern des Anwesens lernen wir etwas über die schwierige Aussprache des Schwedischen. Sie lehren uns, ein paar Städtenamen richtig auszusprechen. Sjötorp heisst "Chötorp", Jönköping heisst "Jönschöping" usw. Wie lange müssten wir uns wohl in Schewden aufhalten, um das auf die Reihe zu kriegen?
Wir reden auch über Elche und erfahren, dass solche in den umliegenden Wäldern leben und oft bis zum Haus kommen. Allerdings sind die Felder jetzt frisch gepflügt, so dass sie anderswo grasen (äsen?).
Der Bauer erzählt uns, dass es auch Wölfe gibt, die im Winter in Rudeln von bis zu 18 Stück Jagd auf Elche machen. Diese wissen sich allerdings zu schützen. Dazu kommen sie aus dem Wald und bilden mitten auf dem Feld eine Art "Wagenburg" mit den Jungtieren in der Mitte. Die erwachsenen Elche wechseln sich bei der Wache ab und verteidigen im Bedarfsfall die Herde.
Tagesstatistik:
Wetter: sonnig, zwischendurch leichtbedeckt, mild
Fahrstrecke: 125 km
Ladestopps: 2
Geladen: 45.2 kWh
Kosten: CHF 16.50
Durchschnittspreis/kWh: CHF 0.36