Genussfahrt zurück nach Grou

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Genussfahrt zurück nach Grou

Am Morgen legen wir frühzeitig ab. Unsere Fahrstrecke wird lang, und wir wollen unterwegs einen Mittagshalt in der Wildnis machen. Das Wetter spielt mit, und es wird eine wunderschöne und gemütliche Fahrt, die mit etwas Wehmut durchsetzt ist. Aber das ist ja immer so, wenn etwas zu Ende geht.
Wir nehmen Abschied vom Yachthafen "de Rakken" und fahren nordwärts Richtung Jeltesleat. Dier Kanal führt uns zum Prinses Margrietkanaal, dem wir ein langes Stück folgen. Wir geniessen die Fahrt sehr. Wir lieben Ferien, die nicht vom Massentourismus geprägt sind. Darum ist diese Bootsfahrt genau das Richtige für uns. Das geht aber nur ausserhalb der Saion, also im Frühling oder Herbst. Im Sommer möchte ich nicht hier sein, wo man im Konvoi fährt und abends krampfhaft einen freien Liegeplatz suchen muss.

Unser Weg führt uns wieder nach Akkrum und von dort durch die «Kromme Knilles» wieder nördlich und dann an Grou vorbei.

Der Name Kromme Knilles tönt in unseren Ohren amüsant. Zur Entstehung dieses kurvigen Kanälchens gibt es eine ebenso amüsante Sage. In der Gegend sollen zwei Riesen namens Kromme Knilles und Manke Meinen gewohnt haben. Die haben mit ihren Riesenschaufeln Kanäle ausgehoben. Der Knilles soll eines Tages den frisch ausgehobenen Kanal angeschaut und gerufen haben: «Ach, kromm!», was zum Namen des Dorfes Akkrum geführt hat. Offenbar haben sich dann die beiden Riesen zerstritten, weil der eine lieber einen exakt geraden Kanal wollte. Er hat dann allein den Meinesloot im Westen von Akkrum gebaut. Der Kromme Knilles liebte es kreativ und hat deshalb den verwinkelten Kanal Richtung Norden gebaut, eben den Krommen Knilles. In Akkrum gibt es heute ein Denkmal für die beiden Riesen. Wenn es nicht wahr sein sollte, ist es schön erfunden.

Die Eisenbahnbrücke bei Grou steht offen, obschon dies für uns nicht nötig wäre. Sie bietet im geschlossenen Zustand eine Höhe von mindestens 7m, zudem ist der Wasserstand eher niedrig.

Spoorbrug Grou

Da es noch zu früh für den Heimathafen ist, fahren wir in das Pikmeer ein und suchen uns dort eine Anlegestelle in der Wildnis, wunderschön schilfgesäumt und mit vielen Vögeln, die wir beobachten können. Leider haben diese die Beplankung der Anlegestelle jämmerlich verschissen, so dass wir nicht aussteigen, sondern es uns auf dem Schiff gemütlich machen und ein Mittagessen geniessen.

Wir lassen die Liegestelle unseres Mittagshalts im Pikmeer zurück

Danach geht die Fahrt mit einem Umweg durch das Naturschutzgebiet "Alde Feanen" weiter. Es ist erstaunlich: Wir sind kaum eine Woche in diesem schönen wilden Land, aber es heimelet uns bereits. Bei dieser Rückfahrt wird es für uns zur Gewissheit, dass wir nicht das letzte Mal hier gewesen sein werden.

Durch De Greft

Nun steht noch eine Herausforderung an. Im Hafen von Hofstra müssen wir rückwärts in die Box anlegen. Das haben wir zwar mit Foeke geübt, aber ob uns das gelingt? Tut es, obschon es zwei Anläufe braucht und wir lieber keine Zuschauer hätten, weil wir uns wohl ziemlich tölpelhaft benehmen.

Der IJsvogel an seinem Platz (das hinterste weisse Boot)

Henk Hofstra hat jedoch eine Videoüberwachung und unser Manöver mit Sicherheit beobachtet. 10 Minuten später steht er bei unserem Schiff und fragt, ob alles gut gelaufen ist. Wir bejahen und machen die Einschränkung, dass ein solcher Sturm wie Xavier eigentlich nicht zum Mietpaket gehört hätte.

Wir geniessen ein letztes Nachtessen aus der Kombüse und räumen unser Schiff bereits so, dass wir am Morgen nicht mehr viel Arbeit haben. Dann fallen wir in einen ruhigen und tiefen Schlaf.

Fahrstatistik Tag 6

Distanz heute: 41,2 km | Distanz total: 148,0 km

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